Alle Artikel in: Berufspolitik

Bessere Rahmenbedingungen in den Therapieberufen: Gesetzespaket veröffentlicht

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stellte  in einer Pressekonferenz ein Gesetzespaket für bessere Rahmenbedingungen in den Therapieberufen vor. „Heilmittelversorgung stärken – Arbeitsbedingungen verbessern“, lautet dann auch die Überschrift der Pressemeldung und beinhaltete gesetzliche Neuregelungen, die als Änderungsanträge in ein laufendes Gesetzgebungsverfahren eingehen. Die Neuregelungen sollen zum 1. April 2019 in Kraft treten.  Konkret: Das Gesetzespaket ist analog zum im September veröffentlichten Eckpunktepapier aufgebaut. Allerdings- auf den ersten Blick fehlen einige Punkte. Auf den zweiten Blick wird klar: Die Aspekte des Eckpunktepapiers „Weniger Bürokratie-mehr Zeit für Behandlungen“, „Heilmittelerbringer durch digitale Angebote stärken“ und „Ausbildung“ fehlen in Gänze. Die geplanten Verbesserungen beziehen sich nun lediglich auf folgende fünf Aspekte: 1. Die Anbindung der Vergütungen von Heilmittelleistungen an die Grundlohnsumme wird aufgehoben. Die Vertragspartner haben in den Verhandlungen den wachsenden Bedarf an einer wohnortnahen Versorgung, die wirtschaftlichen Interessen der freiberuflich Tätigen und die angemessene Bezahlung der Angestellten mit einzubeziehen. Ebenso soll der Aufwand für die Vor- und Nachbereitung der Behandlungen, wie die Dokumentation, in die Preisverhandlungen einfließen. 2. Zum 1. April sollen die Preise der Heilmittelleistungen einmalig bundesweit vereinheitlicht werden. …

Therapeutenverbände sehen oberste Priorität in der Sicherung einer adäquaten Vergütung

Berlin. Der SHV lud zu einem Treffen der Verbände nach Berlin ein. An der Veranstaltung nahmen 14 Verbände der Heilmittelbranche teil. Der VDB-Physiotherapieverband e.V. (VDB) begrüßt Treffen mit der Absicht, Ziele und Strategien festzulegen, um dringend notwendige Verbesserungen für die Berufsgruppen durchzusetzen. Der Fachkräftemangel, eine unangemessene Vergütung in den Gesundheitsberufen, bürokratische Gängelei und eine überfällige Ausbildungsreform erfordern gemeinsame berufspolitische Anstrengungen. Im Rahmen der Veranstaltung erörterten Vertreter von BED, VDB, dba, dbl, dbs,  DVE, IFK,  LOGO Deutschland, PHYSIO-DEUTSCHLAND, SHV, VDD, VDP, VPD, VPT, VT und ZFD die berufspolitischen Ziele von Diätassistenten, Ergotherapeuten, Logopäden, Masseuren und medizinischen Bademeistern, Physiotherapeuten, Podologen  sowie Sprach- und Stimmtherapeuten. Als oberste Priorität sehen die Therapeutenvertretungen eine sofortige Erhöhung der Vergütung. Die Abkopplung der Grundlohnsummenbindung ist dazu unabdingbar. Auch die Schiedsverfahren bedürfen einer neuen Regelung, um Verfahren nicht zu Lasten der Therapeuten und in einem Ungleichgewicht der Vertragspartner zu führen. Die Therapeutenverbände befürworten den Dialog fortzusetzen. Die zukünftige Lösung zur Durchsetzung gemeinsamer Interessen sieht der VDB-Physiotherapieverband in Form von Verhandlungskommissionen der jeweiligen Berufsverbände, die für jeden Heilmittelbereich zusammentreten, ähnlich der Tarifkommissionen der Gewerkschaften …

Gesundheitsfachberufe in Schleswig-Holstein werden endlich schulgeldfrei

KIEL. Im Rahmen der Haushaltsberatungen haben sich die Fraktionen von CDU, Bündnis 90/Grünen und FDP mit Blick auf die Verabschiedung des Landeshaushaltes im Dezember-Plenum des Schleswig-Holsteinischen Landtages auf die Einführung der Schulgeldfreiheit in den Gesundheitsfachberufen mit Wirkung zum 01. Januar 2019 verständigt. Wir werden die derzeit belegten 670 Schulplätze, die nicht an Krankenhäusern angesiedelt sind, entsprechend bezuschussen. Zudem werden wir zukünftig 34 Prozent mehr Plätze, also insgesamt 898, finanzieren. Nicht gefördert werden die 283 Schulplätze der Krankenhausschulen, da das Krankenhausgesetz schon jetzt vorsieht, dass die Finanzierung über die Krankenkassen sichergestellt werden kann. Die mehr als 3,3 Millionen Euro für die Schulgeldfreiheit in den Gesundheitsfachberufen sollen über die Nachschiebeliste des Landes eingebracht werden. Dazu der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Tobias Koch: „Jamaika packt an und setzt um! Nach Nordrhein-Westfalen und Bayern führen wir auch in Schleswig-Holstein die Schulgeldfreiheit in den Gesundheitsfachberufen ein. Seit einigen Jahren sehen wir uns bei diesen Berufen einer immer kritischer werdenden Situation gegenüber. Durch zum Teil rückläufige Ausbildungszahlen fehlt es an zukünftigen Fachkräften und auch die Fachschulen in Schleswig-Holstein kämpfen um ihre Existenz. …

Schulgeld abschaffen: In NRW läuft´s

Deutliche Entlastung der Auszubildenden in den Gesundheitsberufen. In Nordrhein-Westfalen startet in diesem Monat der Einstieg in die Schulgeldfreiheit. Das ist eine gute Nachricht. Zwar handelt es sich anders als im Koalitionsvertrag der Bundesregierung festgeschrieben um keine vollständige Befreiung der Kosten, doch immerhin geht es um eine Erstattung um 70 Prozent, finanziert vom Land. Also: Eine deutliche Entlastung für Schüler und Auszubildende in den Gesundheitsberufen. Und: Alle Schüler werden in die Regelung einbezogen. Es geht niemand leer aus, auch nicht die Schüler, die sich schon in der Ausbildung befinden, wie zunächst befürchtet. Das Prozedere läuft wie folgt: Die Schulträger stellen Förderungsanträge bei der zuständigen Bezirksregierung. Möglich ist dieser Vorgang seit dem 19. Oktober 2018. Den Bezirksregierungen unterliegt auch die Bewilligung der Anträge. Zuwendungsempfänger sind die Träger der staatlich anerkannten Ausbildungsstätten mit Sitz in NRW. Endbegünstigte sind die Schüler und Auszubildenden in den Berufen der Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie, Podologie, Masseure, medizinische Bademeister und Pharmazeutisch-technische Assistenten. Gefördert werden die durch das Schulgeld refinanzierten Ausgaben des Schulträgers im Rahmen der Ausbildung, um damit im Gegenzug bei den Schülern in …

Schulgeldfreiheit: NRW und Bayern gehen voran

Die Abwehr der Länder weicht. Nordrhein-Westfalen und Bayern wollen das Schulgeld abschaffen. NRW-Minister Karl-Josef Laumann (CDU) verkündete die Übernahme der Ausbildungskosten für Heilmittelerbringer ab 2019 mit jährlich 25 Millionen Euro  am 15. September in einem Artikel in der Rheinischen Post. Das Land wolle rückwirkend ab dem 1. September 70 Prozent des Schulgeldes bei den Therapieberufen übernehmen. Allerdings muss der Landtag dem Plan zustimmen. Drei Tage später überraschte Bayern mit einer ähnlichen Meldung. Ab dem 2. Halbjahr 2018/2019 soll das Schulgeld für die Heilmittelerbringer im Freistaat entfallen. Vorausgegangen war die Teilnahme des Bundesgesundheitsministers an einer Sitzung des Ministerrats von Markus Söder (CSU). Das Land Bayern,  das bis dato die Verantwortung für die Finanzierung der Schulgeldfreiheit an den Bund abgeschoben hatte, lenkte plötzlich ein. Ministerpräsident Söder wolle das hin und her stoppen und Jens Spahn unterstützen, schrieb OVB-online. Spahn hatte noch beim Treffen mit den Heilmittelverbänden im Gesundheitsministerium betont, dass eine Abschaffung des Schulgeldes nur mit Unterstützung der Länder funktioniere. Jetzt wird es spannend, ob andere Länder nachziehen. (dad) Foto: iStock.com/tbel

Übergangslösung für die Abschaffung des Schulgeldes in Bayern gefordert

Der VDB-Physiotherapieverband hat einen Brandbrief an den bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder, Gesundheitsministerin Melanie Huml, Kultusminister Bernd Silber, Staatsminister Dr. Marcel Huber, Landtagsabgeordneten Klaus Holetschek, Beauftragter der bayerischen Staatsregierung für Bürgeranliegen und Bernhard Seidenath, gesundheitspolitischer Sprecher der CSU Fraktion, die sich beide im Landtag mit einem Dringlichkeitsantrag für die Schulgeldfreiheit eingesetzt hatten, geschrieben. Das Thema: Der zunehmende Fachkräftemangel in den Berufen der Physiotherapie in Bayern, unter anderem in Folge hoher Ausbildungskosten für die Auszubildenden. Die flächendeckende Versorgung der Patienten mit physiotherapeutischen Leistungen ist nicht mehr gewährleistet. Der Brandbrief erklärt die Zusammenhänge: Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Dr. Markus Söder, derzeit wird in den Medien das Thema Fachkräftemangel in den Bereichen Masseur und med. Bademeister sowie Physiotherapeuten thematisiert. Die Fachkräfteanalyse der Agentur für Arbeit zeigt eine deutliche Verschärfung hinsichtlich der Besetzung freier Stellen. Durch die prekäre Situation im Bereich der physikalischen Therapie kann die flächendeckende Versorgung der bayerischen Bevölkerung aktuell nicht mehr gewährleistet werden. Schon heute kann in einzelnen Regionen die Behandlung nicht mehr wie geplant durchgeführt werden. Im Bereich der Masseure und Physiotherapeuten muss aufgrund bestehender …

Der VDB-Physiotherapieverband überreicht der Politik Vorschläge zu neuen lernfeldorientierten Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen

Berlin. Der VDB-Bundesvorsitzende Marcus Troidl überreichte in Berlin den Bundestagsabgeordneten Dr. Roy Kühne (CDU), Berichterstatter für Heil- und Hilfsmittel, Emmi Zeulner (CSU), Berichterstatterin für nichtärztliche Heilberufe, Peter Aumer, MdB (CSU) und Florian Rott, GKV-Spitzenverband, Konzepte für neue Fachschulausbildungen zum Physiotherapeuten, Masseur und med. Bademeister. Der VDB-Physiotherapieverband reagiert somit auf den dringenden Bedarf für eine Reform der Fachschulausbildungen. Die Arbeitsgemeinschaft „Schule“ des VDB-Physiotherapieverbandes unter der Leitung von Wolfgang Oster, Dipl. Med. Päd., Physiotherapeut, Geschäftsführer des Berufsförderungswerks Mainz gGmbH erarbeitete eine lernfeldorientierte Ausbildungs- und Prüfungsverordnung. Die Vorschläge integrieren die „Zertifikate“ Manuelle Therapie, medizinisches Gerätetraining (ex: KG Gerät), physiotherapeutisch-neurologische Techniken (ex KG-Neuro) sowie Präventionsarbeit und Rehabilitationssport in die Ausbildung. Die Massageausbildung gliedert die manuelle Lymphdrainage ein. Die Absolventen werden befähigt, entsprechende Leistungen gegenüber den Gesetzlichen Krankenkassen zu erbringen. Wird das Konzept umgesetzt, entfielen kostspielige Weiterbildungen- mit Basisqualifikationen- nach der Ausbildung. Das Konzept bietet Antworten auf künftige Anforderungen durch Delegation und Substitution. Die Ausbildung muss künftig die Fähigkeiten zur Anamnese und zum eigenständigen Befund auf dem Gebiet der Physiotherapie sowie der Physikalischen Therapie vermitteln, inklusive der Befähigung zur Erkennung …