Autor: Admin

Saunabaden und Schwimmen wirken gesundheitsfördernd

Auf der interbad 2018 treffen sich Physiotherapeuten und Fachangestellte für Bäderbetriebe zum interdisziplinären Austausch Die Physiotherapie setzt verstärkt auf die unterstützende Anwendung von Schwimm- und Saunabehandlungen. Marcus Troidl ist Bundesvorsitzender des VDB Physiotherapieverbands e. V. Im Interview spricht er über die Herausforderungen seines Berufsstands und die Wirkungsweise von Schwimmen und Saunabaden. Welche Wirkung hat das Saunabaden aus Sicht der Physiotherapie? Das Saunabaden ist eine wunderbare Möglichkeit, die Immunabwehr zu steigern. Durch die Wärme- und Kältereize ziehen sich die Blutgefäße zusammen, bzw. sie werden erweitert. Das sorgt für ein gewisses Gefäßtraining. Gleichzeitig wird die komplette Durchblutung des Körpers und der Haut maximal gefördert. Herz und Kreislauf werden trainiert. Das Schwitzen dient der Entschlackung, und die Wärme entspannt die Muskulatur natürlich. Aus meiner Sicht ist die Sauna der beste Ort, um die Seele einmal baumeln zu lassen, da es dort keine Reizüberflutung gibt und man zur Ruhe kommen kann. Inwieweit ist das Schwimmen im Rahmen einer Physiotherapie sinnvoll? Wir in der Physiotherapie unterscheiden zwischen Bewegungsbädern und Schwimmen allgemein. Bei Bewegungsbädern wirkt Bewegung gezielt auf den Körper ein, …

Schulgeld abschaffen in den Therapieberufen: NRW und Bayern gehen voran

Die Abwehr der Länder weicht. Nordrhein-Westfalen und Bayern wollen das Schulgeld abschaffen. NRW-Minister Karl-Josef Laumann (CDU) verkündete die Übernahme der Ausbildungskosten für Heilmittelerbringer ab 2019 mit jährlich 25 Millionen Euro  am 15. September in einem Artikel in der Rheinischen Post. Das Land wolle rückwirkend ab dem 1. September 70 Prozent des Schulgeldes bei den Therapieberufen übernehmen. Allerdings muss der Landtag dem Plan zustimmen. Drei Tage später überraschte Bayern mit einer ähnlichen Meldung. Ab dem 2. Halbjahr 2018/2019 soll das Schulgeld für die Heilmittelerbringer im Freistaat entfallen. Vorausgegangen war die Teilnahme des Bundesgesundheitsministers an einer Sitzung des Ministerrats von Markus Söder (CSU). Das Land Bayern,  das bis dato die Verantwortung für die Finanzierung der Schulgeldfreiheit an den Bund abgeschoben hatte, lenkte plötzlich ein. Ministerpräsident Söder wolle das hin und her stoppen und Jens Spahn unterstützen, schrieb OVB-online. Spahn hatte noch beim Treffen mit den Heilmittelverbänden im Gesundheitsministerium betont, dass eine Abschaffung des Schulgeldes nur mit Unterstützung der Länder funktioniere. Jetzt wird es spannend, ob andere Länder nachziehen. (dad) Foto: iStock.com/tbel

Therapiegipfel: Diskussion zum Eckpunktepapier

Therapeuten diskutierten in Berlin über Verbesserungen in der Heilmittelversorgung Der Spitzenverband der Heilmittelerbringer hatte zum 1. Therapiegipfel nach Berlin eingeladen. Unter der vielversprechenden Bezeichnung „Therapiegipfel“ verbarg sich eine gut organisierte Podiumsdiskussion mit kurzzeitiger Beteiligung des Bundegesundheitsministers. Schon im Pressegespräch am Vormittag transportierte der SHV, vertreten durch die Vorsitzenden oder Stellvertreter der Verbände IFK, Physio-Deutschland, VPT, ZFD und DVE die Themen der SHV in die Öffentlichkeit: Direktzugang, Novellierung der Berufsausbildungsgesetze mit klaren Qualitätsvorgaben an die Ausbildungseinrichtungen und klarer Verankerung der hochschulischen Ausbildung, Wegfall des Schulgeldes, Einführung einer Ausbildungsvergütung, Mitspracherechte im G-BA, Einbindung in die Telematik, nachhaltige Existenzsicherung aller freiberuflich und angestellt ambulant tätigen Heilmittelerbringer durch leistungsgerechte Entgelte sowie einer weiteren Abkopplung von der Grundlohnsummenbindung. Andrea Rädlein betonte wie wichtig eine grundständige Akademiserung sei und Ute Repschläger verharrte in ihrem Lieblingsthema, dem Direktzugang, zu dem ihrer Ansicht nach, eine Akademisierung nicht zwingend notwendig sei. Zu der Frage, wie die SHV zukünftig in den Kassenverhandlungen Einvernehmen mit den anderen Berufsverbänden herstellen will, obwohl diese, geht es nach Spahns Eckpunktepapier, nicht mehr am Verhandlungstisch sitzen, antwortete Rädlein: Wir werden …

Stellungnahme des VDB-Physiotherapieverbandes zum Eckpunktepapier

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat am 18.09.2018 ein Eckpunktepapier zur Sicherung und Weiterentwicklung der Heilmittelversorgung veröffentlicht. Der VDB-Physiotherapieverband nimmt Stellung in einem Schreiben vom 21.09.2018. Im Zuge der Transparenz veröffentlichen wir unsere Positionen: An das Bundesministerium für Gesundheit Herrn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Betreff: Durchführung der Heilmittelversorgung Hier: Eckpunktepapier vom 17.09.2018 Sehr geehrter Herr Bundesminister Spahn, der VDB-Physiotherapieverband begrüßt es außerordentlich, dass sich Ihr Ministerium um die Sicherung und Weiterentwicklung der Heilmittelversorgung bemüht. Der dargestellte bundesweite Mangel an Fachkräften bietet hierfür allen Anlass. Der Wegfall der Grundlohnsummenanbindung und die Schaffung eines einheitlichen Vergütungsniveaus auf Bundesebene, die sich am höchsten Vertragspreis orientiert, bieten sicher eine gute Grundlage für künftige Vertragsverhandlungen mit den Krankenkassen, wenn Verträge auf Bundesebene abgeschlossen werden sollen. Inwieweit regionale selektiv-vertragliche Abweichungen zugelassen werden können und sollen, bedarf sicherlich einer genauen Analyse. De lege lata käme der GKV-Spitzenverband nicht als Vertragspartner in Betracht. De lege ferenda wäre dies natürlich möglich, auch wenn damit die Verhandlungsposition der Kassenseite in einem ganz erheblichen Maße gestärkt wird. Die Marktmacht der gesamten gesetzlichen Krankenversicherung ist immens. Es wäre deshalb nach …

Therapeuten treffen Gesundheitsminister

Konstruktives Gespräch zwischen Heilmittelerbringer und Gesundheitsminister Jens Spahn zur prekären Berufssituation Berlin. 17 Verbandsvertreter der Heilmittelerbringer und vier Vertreter der Basis trafen sich zum Informationsaustausch mit Gesundheitsminister Jens Spahn im Gesundheitsministerium. Die Gesprächsrunde erfolgte auf Einladung des Gesundheitsministeriums und verlief zweieinhalb Stunden in konstruktiver Arbeitsatmosphäre. Der Minister kam schnell auf die öffentliche Unruhe im Berufsstand zu sprechen, die er selbst über Briefe, persönliche Kontakte und soziale Medien wahrgenommen habe. Spahn zeigte sich von Beginn an gut informiert und handlungsbereit. Das novellierte Heil- und Hilfsmittelstärkungsgesetz habe zwar einige Verbesserungen gebracht, sagte Jens Spahn einleitend, doch wie es derzeit aussehe, sei die neue Gesetzgebung nicht ausreichend. Insbesondere in der Vergütung und im Wettbewerb der Heilmittelerbringer mit dem öffentlichen Dienst bestehe Nachholbedarf. „Wir brauchen zufriedene Therapeuten mit Freude am Beruf für zufriedene Patienten“, sagte der Minister und regte einen konstruktiven Austausch zu den Themen Vergütung, Blankoverordnung, Entbürokratisierung, Schulgeld und Berufsreform an. Marcus Troidl, Bundesvorsitzender des VDB-Physiotherapieverbandes, sprach sich darauf für eine schnelle Umsetzung der Schulgeldfreiheit aus, insbesondere da die Schülerzahlen um 25 Prozent gesunken sind und er ein …

Bundesgeschäftsstelle in Berlin eröffnet

Der VDB-Physiotherapieverband hat seine Bundesgeschäftsstelle nach Berlin verlegt. Sie finden uns ab sofort im Gebäude des Skulpturenzentrums am Spreebord in Berlin-Charlottenburg. In den letzten Jahren hat sich das politische Zentrum nach Berlin verschoben. Auch Institutionen wie die Deutsche Rentenversicherung (DRV) oder die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) usw. verlegten Ihre Zentrale in die Bundeshauptstadt. Im Zuge dessen trafen auch wir die Entscheidung, eine Geschäftsstelle in Berlin zu eröffnen. Somit können wir Sie künftig noch schneller mit Informationen versorgen. Bundesgeschäftsstelle Berlin VDB-Physiotherapieverband e.V. Am Spreebord 9e 10589 Berlin Tel.: 030 / 367 00000 E-Mail: bv@vdb-physiotherapieverband.de

#Therapeuten am Limit: Was bedeutet das Hashtag?

Heiko Schneider erzählt im Gespräch mit unserer Redakteurin Daniela Driefert über die prekäre Situation der Therapeuten. Heiko Schneider ist Physiotherapeut. Auf den ersten Blick wirkt er nicht wie ein Mann, der unbedingt im Rampenlicht stehen muss. Und dennoch: Schneider avancierte in den letzten Wochen zur Galionsfigur der Therapeutengemeinde auf Facebook. Warum? Weil er öffentlich sagt, was viele denken: „Ich bin am Limit“. In einem Brandbrief legte er seine berufliche Situation offen. Zahlreiche Kollegen erkannten sich wieder, bestätigten in eigenen Briefen die prekären Berufsverhältnisse. Schneider entschied die Dokumente Vertretern des Gesundheitsministeriums zu übergeben. Dafür legte er die Strecke von Frankfurt nach Berlin mit dem Rad zurück. Die Redaktion der Therapie und Praxis traf ihn in Brandenburg. Im Interview mit Daniela Driefert erzählte Schneider seine Beweggründe und was sich in der Physiotherapie ändern muss. VDB: Heiko, wie viele Nachrichten bekommst du am Tag? Heiko Schneider: Hunderte. Ich zähl das nicht mehr. Briefe bekomme ich am Tag zwischen zehn und dreißig. Bevor ich los bin, habe ich sie in PDFs umgewandelt, insgesamt sechshundert, die werden wir übergeben. Der …

Kommentar: Schluss mit unsinnigen Zertifikaten!

Das Zertifikatssystem ist veraltet, obsolet, entbehrt jeder Grundlage. Wir sollten es abschaffen. Besser gestern als heute. Weiterbildung ist wichtig für eine berufliche Entwicklung. Keine Frage – doch nicht um jeden Preis. Anders als in anderen Berufsgruppen lädt der Arbeitgeber die Leistungsträger seines Unternehmens nicht zur Schulung auf Unternehmenskosten ein. Der Physiotherapeut zahlt meist aus eigener Tasche, nimmt unbezahlten Urlaub, investiert in Weiterbildungen, deren Finanzierung ein Monatsgehalt übersteigen, manchmal zwei oder drei… Ist die Ausbildung unzureichend? Warum? Liegt es an einer unzureichenden Ausbildung, die Physiotherapeuten dazu verdammt, mehr und mehr zu investieren, um dem eigenen Anspruch gerecht zu werden? Oder liegt die Ursache in der fehlenden wissenschaftlichen Begleitung? Woher wissen wir, welche Therapie hilft und welche nicht? In der Realität bestimmt der Markt, spuckt alle paar Jahre neue Wunderkonzepte aus. Die Therapeuten buchen die Kurse für viel Geld, die Praxisinhaber stellen vorzugweise Kollegen mit entsprechenden Zertifikaten ein, die Fortbildungsanbieter suggerieren die Notwendigkeit der Weiterbildung, die Kassen rechnen Zusatzqualifikationen ab. Wer profitiert? Wer investiert? Das Missverhältnis zu Lasten der Therapeuten ist offensichtlich. Sind Zertifikate Qualitätssiegel? Doch es …