Monate: April 2019

Brandbriefe ausgewertet

An der Aktion „Therapeuten am Limit“ beteiligten sich im letzten Jahr über 1000 Heilmittelerbringer und schrieben Brandbriefe an Heiko Schneider. 629 wurden nun durch Prof. Dr. Heidi Höppner und Dr. Eva-Maria Beck sowie einem Team aus Studierenden qualitativ ausgewertet. Als Physiotherapeut Heiko Schneider im vergangenen Frühjahr seine Bewegung „Therapeuten am Limit“ startete, einen Brandbrief über die unhaltbaren Missstände im Heilmittelerbringerbereich schrieb und seine Kollegen dazu aufrief, es ihm gleichzutun, war er sich sicherlich nicht bewusst, dass er damit zum einen eine der medienwirksamsten Aktionen der letzten Jahre im Gesundheitssektor starten würde – und dass seinem Aufruf zum anderen an die 1000 Therapeutinnen und Therapeuten folgen würden. Am 28. Mai des vergangenen Jahres machte sich Heiko Schneider auf, seinen Brandbrief – und die der über 1000 Therapeutenkollegen – mit dem Fahrrad von Frankfurt am Main nach Berlin zum Bundesgesundheitsministerium zu bringen. Eine Woche dauerte die Tour und wurde zu einer aufsehenerregenden Aktion. Nicht nur, weil ihn zahlreiche Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden, Sprachtherapeuten, Masseure und medizinische Bademeister sowie Podologen bei der Übergabe vor Ort unterstützten, sondern auch …

Was ist mit der Rente?

Die Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung sieht eine gründerfreundlich ausgestaltete Altersvorsorgepflicht für alle Selbständigen vor. Passiert ist bis jetzt nichts. Auch selbständigen Physiotherapeuten droht die Altersarmut. „Um den sozialen Schutz von Selbständigen zu verbessern, wollen wir eine gründerfreundlich ausgestaltete Altersvorsorgepflicht für alle Selbständigen einführen, die nicht bereits anderweitig obligatorisch (z. B. in berufsständischen Versorgungswerken) abgesichert sind.“ So steht es im Koalitionsvertrag der Bundesregierung. Was sich wie ein Segen anhört, ist noch substanzlos. Denn: Passiert ist bis jetzt nichts. „Konkrete Umsetzungspläne – die über den Wortlaut des Koalitionsvertrages hinausgehen – liegen der Deutschen Rentenversicherung Bund bislang nicht vor“, ergibt eine Anfrage unserer Redaktion. Lediglich der Hinweis, dass Bundesarbeitsminister Hubertus Heil in einem Interview mit der Rheinischen Post ankündigte, Ende des Jahres einen Gesetzentwurf zur Einbeziehung der Selbständigen in das System der Alterssicherung vorzulegen, lässt hoffen. Dass die Altersabsicherung sich auch zum Problem selbständiger Physiotherapeuten entwickelt, geht auf eine zu geringe Vergütungsleistungen physiotherapeutischer Leistungen seitens der gesetzlichen Krankenkassen zurück. Der Koalitionsvertrag sieht nun vor, alle Selbständigen in ein System der Alterssicherung einzubeziehen. Heil sagt im Interview mit der Rheinischen Post: „Das …

Ausbildungsreform überfällig

Mariele Sibum-Berentelg lud die stellvertretende Fraktionschefin der CDU Bundestagsfraktion – Gitta Connemann – zu einem informellen Gespräch in das Harener Gesundheitszentrum ein. Weitere Teilnehmer der Gesprächsrunde waren Maria Tieben und Maria Bauken aus dem Stadtrat Haren, Holger Cosse von der CDU Emsland, Friedhelm Freiherr von Lansberg-Velen vom CDU Kreisverband Meppen, Edgar Lerch vom VDB-Physiotherapieverband, Michael Faßbender, Vertriebsleiter Proxomed sowie die Physiotherapeuten Mareike Sundag und Martin Gersema. Thema des Treffens war eine Ausbildungsreform für die Heil- und Hilfsberufe. Wie Gitta Connemann betonte, sei es eine Zumutung, dass die Ausbildung für die Heil- und Hilfsberufe derzeit privat finanziert werden muss. Es sei die Pflicht der Länder, dies so schnell wie möglich zu ändern – und auch über eine dualen Ausbildungsgang mit bedarfsgerechter akademischer Qualifikation nachzudenken. Eine entsprechende Vorlage hat der VDB-Physiotherapieverband der Politik bereits längs präsentiert, wie der Landesvorstand Edgar Lerch zu ergänzen wusste. Nun wird es Zeit, die Reformen voranzutreiben. (thi)

Vorstandswahlen im VDB-Physiotherapieverband

Die Mitgliederversammlung des VDB-Physiotherapieverbandes wählte jüngst in Kassel den Bundesvorstand. Die Versammlung bestätigte Marcus Troidl als Vorsitzenden und Bernd Liebenow in der Funktion des Stellvertreters, Rüdiger Steinmetz, Kassenprüfer, Kerstin Zacharias, Schriftführerin und Wolfgang Klasen als Kassenprüfer. Neu im Team sind Wolfgang Oster, stellvertretender Vorsitzender, und Edgar Lerch, Schatzmeister. (dad) Bild: Der neue Vorstand des VDB-Physiotherapieverbandes: (v.li.n.re.) Edgar Lerch, Schatzmeister, Bernd Liebenow, stellv. Vorsitzender, Kerstin Zacharias, Schriftführerin, Marcus Troidl, Vorsitzender und Wolfgang Oster, stellv. Vorsitzender.

Abstimmungsprozess nicht abgeschlossen

Kommt die Schulgeldfreiheit im Freistaat Bayern oder kommt sie nicht? Das Kultusministerium gibt Auskunft. Markus Söder hatte kurz vor der Bayernwahl die Abschaffung des Schulgeldes für Therapeuten verkündet, das Kultusministerium in der konkreten Umsetzung jedoch einen Rückzieher gemacht. (Die Redaktion der Therapie und Praxis berichtete) https://vdb-physiotherapieverband.de/index.php/2019/02/) Angehörige der Gesundheitsberufe und Schulträger zeigten sich anschließend verärgert. Nun kursieren wieder Verlautbarungen, die Schulgeldfreiheit sei gesichert. Doch sicher scheint in dieser Angelegenheit schon lange nichts mehr. Denn: Die Gespräche des Kultusministeriums mit den Schulträgern dauern an. Zwar versichert das Ministerium: „Die geplante Regelung zur Abschaffung des Schulgelds an privaten Berufsfachschulen für Gesundheitsfachberufe in Bayern soll rückwirkend zum Beginn des zweiten Schulhalbjahres 2018/19 (16.02.2019) in Kraft treten“, so die Pressestelle auf Anfrage, doch ob und in welcher Höhe es dazu kommt, bleibt offen. Geht es nach dem Ministerium, wird den privaten Schulträgern ein klassenbezogener Zuschuss angeboten, für den sie im Gegenzug auf die Erhebung von Schulgeld unmittelbar bei ihren Schülern verzichten müssen. Wie hoch der Gesundheitsbonus pro Schüler jedoch ausfallen wird, darüber wird noch Stillschweigen bewahrt. Der Grund mag in …

Gut aufgestellt für die Vergütungsverhandlungen 2020

Erfolgreicher Start in die Vorbereitungen der bundesweiten Vergütungsverhandlungen: Vertreter der maßgeblichen Spitzenorganisationen aus den verschiedenen Heilmittelberufen trafen sich in Düsseldorf, um gemeinsam die wichtigsten Fragen zur strategischen Vorgehensweise zu besprechen. Während der Auftaktveranstaltung loteten die Vertreter in konstruktiver Atmosphäre aus, welche Vorarbeiten am dringendsten anzugehen sind und wo es bereits Schnittmengen gibt. Außerdem erstellten sie gemeinsam einen Zeitplan für die weiteren Verhandlungsvorbereitungen. Das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) sieht vor, dass die maßgeblichen Verbände der Heilmittelerbringer künftig bundesweite Verhandlungen mit den Krankenkassen führen. Diese müssen erstmals zum 1. Juli 2020 abgeschlossen sein. Es bleiben also 15 Monate Zeit, um die Strategie auszuarbeiten, abzustimmen und dann je Heilmittelbereich mit dem GKV-Spitzenverband zu verhandeln. Den Teilnehmern war es deshalb wichtig, den Prozess der Verhandlungsvorbereitung möglichst frühzeitig anzustoßen. Die ersten bundesweiten Verhandlungen nach Inkrafttreten des TSVG sind entscheidend dafür, welche Basis für die Vergütungsentwicklung der Zukunft gelegt werden können. Darum ist es sinnvoll, die Kompetenzen der Verbandsvertreter zu bündeln und die Vorbereitungen – wo es möglich ist – gemeinsam anzugehen. Der Startschuss für die Zusammenarbeit fiel beim Treffen der …