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„Wir sind laut und verdammt noch mal viele“

Demonstration für Schulgeldfreiheit in Berlin mobilisiert 500 Teilnehmer. Staatssekretär Martin Matz (SPD) zeigt sich gesprächsbereit.

Mit Schulden in den Job starten. Ein No-go! Nicht so in den Gesundheitsberufen. Für Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Diätassistenten und Podologen gehören Schulden zum Berufseintritt. Das soll sich nun ändern. Die Schüler der Gesundheitsberufe fordern laut und mit Nachdruck die Abschaffung des Schulgeldes.

500 Auszubildende marschierten in einem Demonstrationszug vom Alexanderplatz zur Senatsverwaltung für Gesundheit und Pflege. „Wir sind laut und verdammt noch mal viele“ rief eine Teilnehmerin auf der abschließenden Kundgebung, worauf 500 Stimmen „Schulgeld abschaffen“ skandierten. Auch eine Ausbildungsvergütung forderten die Demonstranten.


Den Zug und die Kundgebung hatte die Aktionsgruppe „Gemeinsam für deine Gesundheit“ organisiert. Sie setzt sich aus Schülern der betroffenen Berufsfachschulen zusammen. Der Demonstrationszug endete an der Senatsverwaltung- ein gut gewählter Ort, um die Aufmerksamkeit der politisch Verantwortlichen zu erreichen. So stellte dann auch Martin Matz, Staatssekretär für Gesundheit im Berliner Senat, den Demonstranten in einer Ansprache in Aussicht, falls die Bund-Länderkommission das Schulgeld nicht abschaffe, solle Berlin dafür Sorge tragen. Es gehe nicht nur darum, dass das Schulgeld für die Schüler eine persönliche finanzielle Belastung darstelle, auch der Fachkräftemangel stehen im Fokus. „Wir können nicht erwarten, dass sie selber noch Geld für ihre Ausbildung mitbringen“, sagte Matz an die Demonstranten gerichtet und zeigte ein erstes Entgegenkommen, in dem er sich zu einem Gesprächstreffen mit den Organisatoren der Demo und Verbandsvertretern bereit erklärte. (dad)